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	<title>krauleidis.com</title>
	<link>http://www.krauleidis.com</link>
	<description>satirisch. zynisch. gut.</description>
	<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 23:00:09 +0000</pubDate>
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	<language>en</language>
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		<title>Business as usual: Get golbal!</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Sep 2008 22:50:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Topstory]]></category>

		<category><![CDATA[Business as usual]]></category>

		<category><![CDATA[krauleidis]]></category>

		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<category><![CDATA[Schmoltke]]></category>

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		<description><![CDATA[»Wann bekomme ich eigentlich die Zahlen aus Bulgarien?«, quengelt Chef. »Morgen!«
»Das haben Sie gestern auch schon gesagt!«
»Sehen, Sie«, triumphiere ich, »auf meine Aussagen ist eben immer noch Verlass!« ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>»Wann bekomme ich eigentlich die Zahlen aus Bulgarien?«, quengelt Chef.<br />
»Morgen!«<br />
»Das haben Sie gestern auch schon gesagt!«<br />
»Sehen, Sie«, triumphiere ich, »auf meine Aussagen ist eben immer noch Verlass!«</strong>
</p>
<p align="justify">Bestand und Verlässlichkeit sind mittlerweile äußerst knappe Güter in unserem Unternehmen. So kann in einem dynamischen und schnelllebigen Markt - in welchem wir uns zweifelsohne bewegen - das, was gestern noch richtig war, heute schon falsch sein. Oder umgekehrt. Beispielsweise bat mich Chef neulich darum, ihm die aktuellen Umsatzzahlen aus Polen mitzuteilen - was ich dann auch umgehend tat. Allerdings stellte sich heraus, dass ihn zwischenzeitlich eher die Absatzzahlen in Kolumbien interessierten.</p>
<p align="justify">Seither drucke ich ihm lediglich ein paar willkürlich ausgewählte Zahlen aus und lasse ihn die jeweilige Überschrift einfach selbst eintragen. Chef war restlos begeistert von der Idee - zumindest vorgestern. Gestern konnte er sich schon nicht mehr daran erinnern. Weil der Markt, auf dem wir uns bewegen, mittlerweile einfach so enorm dynamisch, schnelllebig und vor allem international geworden ist.</p>
<p align="justify">Das merken langsam auch unsere Kunden. Kürzlich beschwerte sich doch tatsächlich ein solcher bei mir darüber, dass einer unserer Servicemenschen ihm angeblich vor drei Monaten einen Besuch versprochen hätte, jedoch bis heute noch nicht bei ihm aufgetaucht sei. »Der hat mich wohl vergessen«, mutmaßte der aufgebrachte Kunde. »Hören Sie mir zu, guter Mann«, wies ich ihn daraufhin zurecht, »wir vergessen nichts - wir bewegen uns lediglich in einem Marktumfeld, das uns permanente Veränderungen und Anpassungsmaßnahmen abverlangt!«</p>
<p align="justify"><img src="http://www.krauleidis.com/wp-content/uploads/2008/09/global_kl.jpg" alt="global_kl.jpg" align="left" />Aus Kostengründen haben wir unseren Kundenservice nämlich zwischenzeitlich nach Rumänien ausgelagert. Leider erweisen sich die meisten Kunden aber noch als viel zu unflexibel, bei Problemen mit unseren Produkten die kurze Reise ins osteuropäische Fastnachbarland anzutreten. Deshalb haben wir seit kurzem auch eine kostenpflichtige Hotline eingerichtet. Momentan schulen wir unsere rumänischen Kollegen zwar noch, »Hallo, mir geht es gut. Wie geht es Ihnen?« jedoch können sie mittlerweile schon nahezu fehlerfrei aufsagen.</p>
<p align="justify">Die Kundschaft muss sich eben langsam daran gewöhnen, ebenfalls Teil von dynamischen und schnelllebigen Märkten zu sein. Kundenorientierung war gestern, Globalisierung ist heute. Und morgen ist vielleicht alles schon wieder ganz anders. Hauptsache man bleibt immer am Puls der Zeit - bis hin zur Tachykardie. Für was gibt es schließlich Beta-Blocker?</p>
<p align="justify">»Guten Morgen«, werde ich plötzlich jäh aus meinen globalgalaktischen Gedankengängen gerissen. Ob es Zufall ist, dass Schmoltke just dann in mein Büro geschlichen kommt, wenn von Beta-Blockern die Rede ist? Jedenfalls hat seine Anwesenheit sofort eine entschleunigende Wirkung auf mich. »Ich komme da nicht mehr mit«, teilt mir der Buchhalter mit und macht dabei eine Mine als wäre soeben die komplette Buchhaltung nach Indien outgesourct worden.</p>
<p align="justify">»Jeden Tag kommen neue Kostenstellen dazu. Von den unzähligen Länderschlüsseln ganz zu schweigen. Seit kurzem bekomme ich sogar Buchungsbelege in kyrillischer Schrift«, klagt Schmoltke. »Und angeblich wollen uns noch irgendwelche Chinesen kaufen. Mutti macht sich schon ernsthaft Sorgen, dass wir womöglich bald umziehen müssen &#8230;«</p>
<p align="justify">Weshalb kommt er eigentlich zum Jammern immer zu mir? »Zudem«, lamentiert es zu meiner Rechten unvermittelt weiter, »soll demnächst Englisch die offizielle Unternehmenssprache werden. Wir reden doch schon regelmäßig in Deutsch aneinander vorbei wenn es um irgendwelche Fachbegriffe oder Kennzahlen geht!«</p>
<p align="justify">»Eigentlich«, versuche ich ihn zu trösten, »ist es doch völlig egal, in welcher Sprache wir uns missverstehen - Hauptsache, wir tun es überhaupt!«</p>
<p align="justify">„Früher war eben alles ein klein wenig einfacher&#8221;, stellt Schmoltke gleichwohl melancholisch wie zutreffend fest. »Da hieß es einfach: ›Soll und Haben‹. Und nicht ›debit and credit‹, ›cargo y data‹, ›Должен идти и имение‹ oder ›Yin und Yang‹ &#8230;«</p>
<p align="justify">»Wo Sie schon mal hier sind«, versuche ich geschickt vom Thema abzulenken, »wann bekomme ich eigentlich endlich die aktuellen Zahlen aus Bulgarien?«</p>
<p align="justify">»Ups &#8230; Ähm &#8230; Mañana!«, antwortet er zögernd und mit dem leichten Anflug eines Grinsens. Auf ihn ist eben immer noch Verlass - selbst in einem extrem schnelllebigen und internationalen Marktumfeld! Und wenn wir nicht so grundlegend verschieden wären, wären wir uns vielleicht sogar ein kleines bisschen ähnlich &#8230;</p>
<p><font color="#000000"><em>(c) Raymund Krauleidis 2008<br />
Bild: pixelio / <a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=296048&amp;mode=search" target="_blank">hofschlaeger</a></em></font></p>
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		<title>Nachruf auf Michael R. Bloomberg</title>
		<link>http://www.krauleidis.com/2008/08/31/nachruf-auf-michael-r-bloomberg/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 22:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Satirenews]]></category>

		<category><![CDATA[Apple]]></category>

		<category><![CDATA[Bloomberg]]></category>

		<category><![CDATA[Satire]]></category>

		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael R. Bloomberg ist tot. Die näheren Umstände hinsichtlich des Ablebens des New Yorker Bürgermeisters und Begründers der Nachrichten- und Medienunteragentur...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Michael R. Bloomberg ist tot. Die näheren Umstände hinsichtlich des Ablebens des New Yorker Bürgermeisters und Begründers der Nachrichten- und Medienunteragentur &#8220;Bloomberg L.P.&#8221; sind bis dato jedoch noch unklar.</strong></p>
<p align="justify">Bloomberg war zeitlebens vor allem als Multi-Milliardär bekannt. Er soll angeblich so viel Geld besessen haben, dass er im Jahr 2001 aus purer Langeweile und Raffgier das Bürgermeisteramt von New York City erwarb, um sein Vermögen mittels einer durch ihn eingeführten Innenstadtmaut für Manhattan weiter aufzustocken.</p>
<p align="justify">Der 1942 geborene Nachfahre osteuropäischer Einwanderer habe sich vergangenen Mittwoch versehentlich im Schlaf mit dem Kopfhörerkabel seinen iPods stranguliert, war aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen. Offiziell bestätigt wurde dies bislang allerdings noch nicht.</p>
<p align="justify">Bloombergs Nachrichtenagentur &#8220;Bloomberg L.P.&#8221; beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von knapp 3 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen machte sich vor allem durch fingierte Nachrufe auf noch lebende Personen einen Namen.</p>
<p align="justify">Als heißester Kandidat bezüglich des vakanten Postens als Bürgermeister von New York gilt derzeit Apple-Chef Steve Jobs.</p>
<p align="justify">Denn der erfreut sich glücklicherweise bester Gesundheit&#8230;</p>
<p><!--adsensestart--><br />
<em>(c) Raymund Krauleidis 2008<br />
Bild: flickr / <a href="http://www.flickr.com/photos/carbonnyc/2265139637/" target="_blank">CarbonNYC</a></em></p>
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		<title>Still alive!</title>
		<link>http://www.krauleidis.com/2008/08/14/still-alive/</link>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 22:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Newsblog]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach rund einem Monat Funkstille gibt es heute endlich wieder neue "Lebenszeichen"... Da mich diverse Projekte gerade ziemlich auslasten, musste ich mich in den letzten Wochen an dieser Stelle...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hello again!</p>
<p align="justify">Nach rund einem Monat Funkstille gibt es heute endlich wieder neue &#8220;Lebenszeichen&#8221;&#8230;</p>
<p align="justify">Da mich diverse Projekte gerade ziemlich auslasten, musste ich mich leider in den letzten Wochen an dieser Stelle etwas rarer machen als bislang gewohnt. Was es mit den besagten Projekten genau auf sich hat, werde ich dann bei nächster Gelegenheit kundtun&#8230;</p>
<p align="justify">Ab September wird es hier jedenfalls wieder mehr von mir zu lesen geben - versprochen!</p>
<p align="justify">Bis dahin empfehle ich (von der neuen „Business as usual&#8221;-Folge „<strong><a href="http://www.krauleidis.com/2008/08/14/business-as-usual-mein-buro-soll-schoner-werden/"><em>Mein Büro soll schöner werden</em></a></strong>&#8221; einmal abgesehen) auch diesen Link hier: <strong><a href="http://www.frankfurter-magazin.de/?p=585">http://www.frankfurter-magazin.de/?p=585</a></strong></p>
<p align="justify">Bis bald und liebe Grüße,<br />
Raymund<br />
<!--noadsense--></p>
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		<item>
		<title>Mein Büro soll schöner werden</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Aug 2008 21:55:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Business as usual]]></category>

		<category><![CDATA[Schmoltke]]></category>

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		<description><![CDATA[»Haben Sie das von dem Wettbewerb in der neuen Firmenzeitung gelesen?«, fragt mich Schmoltke, als ich ihn eines Morgens wieder einmal zufällig im Aufzug begegne...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>»Haben Sie das von dem Wettbewerb in der neuen Firmenzeitung gelesen?«, fragt mich Schmoltke, als ich ihn eines Morgens wieder einmal zufällig im Aufzug begegne. Sein Seitenscheitel sitzt perfekt und der geschlossenen Aktentasche in seiner Hand entfleucht eine dezente, aber dennoch unüberriechbare Leberwurst-Note. Man munkelt, seine Mutti hätte ihm nach der letzten Preiserhöhung unseres Brötchendienstes die morgendliche Fremdversorgung untersagt. »Klar!«, entgegne ich, einer ausgedehnten Konversation mit dem Buchhalter entgegenwirkend, denkbar knapp. Ich hatte keine Ahnung wovon er sprach&#8230;</strong></p>
<p align="justify">Angenommen, es gäbe auf dieser Welt aufgrund einer Verkettung äußerst unglücklicher Umstände plötzlich nur noch unsere Firmenzeitung und das Telefonbuch der Stadt Wuppertal zu lesen, so würde ich mich - wenn ich zu einer solchen Wahl gezwungen wäre - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für das Medium mit dem weitaus höheren Informationsgehalt entscheiden: dem Wuppertaler Telefonverzeichnis.</p>
<p align="justify">Die ersten Ausgaben der »<em>Stillen Post</em>« - so der originelle Name unseres Firmenorgans - hatte ich seinerzeit noch äußerst gewissenhaft durchgearbeitet. So erfuhr ich dort unter anderem, dass unser Vorstandsvorsitzender trotz seiner verantwortungsvollen Position »<em>nach wie vor auf dem Teppich geblieben</em>« sei und er deshalb auf der Dachterrasse seiner Ferienvilla in Cannes auch gerne mal »<em>nur stinknormale Erbsensuppe</em>« zu seinem 90er Château Le Pin kredenzen würde.</p>
<p align="justify">Desweiteren lernte ich dank der lustigen Rubrik »<em>Außergewöhnliche Hobbys gewöhnlicher Mitarbeiter</em>« hinzu, dass Kollege Dworschak in seiner Freizeit Frösche sammelt und Schmoltke bei den süddeutschen U30-Accounting-Meisterschaften im Jahre 1998 einen beachtlichen dritten Platz in der Disziplin »<em>Verbuchen von Wareneingangsrechnungen</em>« belegte. Respekt!</p>
<p align="justify">Mein Bruch mit unserer Firmenzeitung vollzog sich dann allerdings, als einem von mir persönlich eingereichten Vorschlag für die besagte Rubrik jegliche Berücksichtigung verwehrt geblieben worden war. Zwar, so die Begründung der Redaktion in Form von Uschi Blamayer (Leiterin Unternehmenskommunikation) sei »<em>Playstation spielen</em>« mittlerweile durchaus als Hobby anzuerkennen, jedoch fehle ihr hierbei das gewisse Maß an Außergewöhnlichkeit, welches für eine Rubrik namens »<em>Außergewöhnliche Hobbys gewöhnlicher Mitarbeiter</em>« nun mal zwingend vonnöten wäre. Seit jenem Tag wandert die »<em>Stille Post</em>« stets ungelesen in den Ablagekorb mit der Aufschrift »EAaibgzfzCzl« (»Eigentlich Altpapier aber ich bin gerade zu faul zum Container zu laufen«).</p>
<p align="justify">Von der durch Schmoltkes Frage geweckten Neugier getrieben, lege ich auf dem Weg zu meinem Büro dennoch einen kurzen Zwischenstopp an meinem Posteingangsfach ein, wo auch tatsächlich bereits die neue Mitarbeiterzeitung auf mich wartete. »<em>Diesmal mit großem Gewinnspiel:</em>«, springen mir die Buchstaben auf der Titelseite förmlich entgegen, »<em>Mein Büro soll schöner werden!</em>« Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten öffne ich das billig aufgemachte Heft und beginne zu lesen:</p>
<p align="justify">»<em>Behaglichkeit schafft Produktivität! Lassen Sie Ihrer Kreativität deshalb freien Lauf und gestalten Sie Ihren Arbeitsraum so, wie Sie ihn gerne hätten. Als Hauptpreis für das schönste Büro loben wir hiermit eine einmalige, voll zu versteuernde Sonderzahlung in Höhe von 5.000 Euro aus. Der glückliche Gewinner wird durch eine aus dem Vorstandsvorsitzenden und Frau Uschi Blamayer bestehende Jury ermittelt und in der nächsten Ausgabe der ›Stillen Post‹ bekannt gegeben</em>«.</p>
<p align="justify">Ich muss an dieser Stelle wohl nicht weiter erwähnen, dass sich unsere Firma in den folgenden Wochen zu einem einzigen Irrenhaus verwandelt. Es wird gebohrt, geschraubt und gehämmert. Gedübelt, genagelt, geleimt und gesteckt. Es werden Pflanzenkübel, Bilderrahmen und Ikea-Pakete durch die Gänge gehievt, teilweise neue Teppiche verlegt und neben den Kollegen wird zudem auch noch ein Großteil der Möbel verrückt - meist von der einen Ecke in die andere.</p>
<p align="justify">Das operative Geschäft kommt in dieser Zeit - von Geschäftspartnern, Lieferanten und Kunden übrigens gänzlich unbemerkt - nahezu komplett zum Erliegen.</p>
<p align="justify">Leider steckt der Wahnsinn eines schönen Tages dann auch mich an: ich trage tatsächlich den Inhalt meines »EAaibgzfzCzl«-Ablagekorbes zum Altpapiercontainer, ohne dass dafür auch nur ansatzweise eine dringende Notwendigkeit besteht. Wenn das mal keine 5.000 Euro wert ist! Just als ich wieder in mein Büro zurückkehre, steht plötzlich Chef in der Tür und schaut mich hilfesuchend an: »Hätten Sie vielleicht einen 12er Schraubenschlüssel?«</p>
<p align="justify">Wenige Wochen später hält die Normalität dann langsam wieder Einzug - jedoch in gänzlich veränderten Räumlichkeiten. Während es in einigen Büros aufgrund der enormen Pflanzendichte nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis sich subtropische Vogelarten darin niederlassen, erinnern andere Räume mittlerweile eher an mit Kuscheltieren ausgeplüschte Kinderzimmer. Die Bandbreite reicht vom minimalistisch-asiatischen Stil über Feng-Shui bis hin zu Büros, die ein klein wenig an dunkle SM-Keller erinnern. Schmoltke hingegen ordnete seine beiden Schreitische zu einer lustigen T-Konto-Form an und überfrachtete die Wände mit Bildern von seiner Mutti. Dem Geruch zufolge scheint er auch irgendwo einen Wunderbaum in der Geschmacksrichtung »Leberwurst« eingebaut zu haben &#8230;</p>
<p align="justify">Noch nie in der Geschichte der »<em>Stillen Post</em>« wurde die nächste Ausgabe mit solch einer Spannung herbeigesehnt wie dieses Mal. An einem sonnigen Dienstagvormittag ist es endlich soweit. Uschi Blamayer verteilt das epochale Werk sogar höchstpersönlich und legt es jedem Mitarbeiter liebevoll auf den Schreibtisch. Ich überblättere in meiner Neugier hektisch die Rubrik »Außergewöhnliche Hobbys gewöhnlicher Mitarbeiter« (diesmal mit Kollege Bernmann, der - oh, wie außergewöhnlich - Briefmarken sammelt) und begebe mich direkt zu der Seite, auf der das Büro des Gewinners abgebildet ist. Die Überraschung ist groß, denn der Raum kommt mir irgendwie bekannt vor.</p>
<p align="justify">Das Büro auf dem Bild sieht nämlich aus wie &#8230; eh und je - mit dem kleinen Unterschied, dass von seinem Bewohner auf dem Foto nichts zu sehen ist. Das verleiht dem Raum allerdings eine bis dato stets verborgen gebliebene Wärme und Behaglichkeit und lässt ihn irgendwie auch gleich viel heller wirken.</p>
<p align="justify">»<em>Das Büro</em>«, so ist in der Urteilbegründung zu lesen, »<em>besticht durch minimalistische Eleganz und funktionalen Charme. Die scheinbare Normalität des Raums fügt sich als Konterpart zu den unzähligen genialen Ideen, die bislang in diesem Zimmer entstanden sein dürften, perfekt in ein einmaliges Spiel der Gegensätze mit ein.</em></p>
<p align="justify"><em>Wir gratulieren unserem Vorstandsvorsitzenden deshalb zu dieser äußerst gelungenen Raumgestaltung und somit zum Ersten Preis: Einer steuerfreien Sonderzahlung in Höhe von 10.000 Euro!</em></p>
<p align="justify"><em>Zudem soll ich alle Mitarbeiter im Namen des Facility-Managements drauf hinweisen, dass selbst vorgenommene Änderungen an der Büroeinrichtung umgehend wieder rückgängig zu machen sind. Aufgrund des vierwöchigen Urlaubs von Frau Wetzlaff konnten wir die Aktion leider nicht im Vorfeld mit diesem Bereich abstimmen. Wir bitten, die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.</em>«</p>
<p align="justify">Lässig schleudere ich die »<em>Stille Post</em>« in den »EAaibgzfzCzl«-Korb, greife zum Telefonbuch der Stadt Wuppertal und lehne mich entspannt zurück. Aus dem Hintergrund dringen Geräusche an mein Ohr. Es hört sich an, als ob schon wieder jemand bohrt. Und schraubt. Und hämmert. Nur diesmal noch ein klein wenig aggressiver.</p>
<p align="justify">Als ob es das erste Mal wäre, dass in diesem Unternehmen getane Arbeit am Ende doch nur für den Allerwertesten ist &#8230;</p>
<p>(c) Raymund Krauleidis 2008<br />
Bild: pixelio/ <a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=16734&amp;mode=search" target="_blank">ille</a></p>
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		<title>Sensation: Dietmar Hopp kauft SPD</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 21:13:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Satirenews]]></category>

		<category><![CDATA[Dietmar Hopp]]></category>

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		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Hoffnung für die SPD. Während viele Experten aufgrund im freien Fall befindlicher Umfragewerte schon das Ende der ehemaligen Volkspartei...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Hoffnung für die angeschlagene SPD. Während viele Experten aufgrund im freien Fall befindlicher Umfragewerte schon das Ende der ehemaligen Volkspartei prognostiziert hatten, droht der Geschichte nun eine überraschende Wendung. Dietmar Hopp, milliardenschwerer Mitbegründer von 1899 Hoffenheim und SAP plant unbestätigten Gerüchten zufolge, die marode Partei zu kaufen und sie mittels moderner Management- und Marketingmethoden wieder zurück an die politische Spitze führen zu wollen.</strong></p>
<p align="justify">&#8220;Unsere Tradition ist die Zukunft und wir haben eine große Zukunft vor uns&#8221;, soll sich der 68-jährige Mäzen gegenüber engen Vertrauten zum Thema geäußert und ihnen vorab Auszüge aus seinem Vier-Punkte-Plan zur Rettung der SPD präsentiert haben.</p>
<p align="justify">Demnach plane Hopp unter anderem den längst fälligen Bruch mit der Tradition, wichtige Ämter innerhalb der Partei ausschließlich mit deutschen Staatsbürgern zu besetzen. &#8220;Um die SPD am Leben zu halten, brauchen wir die Besten der Besten, aber die kommen leider nun mal in den seltensten Fällen aus Deutschland&#8221;, heißt es in dem geheimen Dokument.</p>
<p align="justify">Angeblich schaue sich der fußballbegeisterte Milliardär bereits aktiv auf den internationalen Transfermärkten um. Doch während ausrangierte Schnäppchen wie Putin oder Blair ablösefrei zu haben sein dürften, muss Hopp für einen der rar gesäten &#8220;guten Politiker&#8221; wohl sehr tief in die Tasche greifen. Augenzeugen berichten in diesem Zusammenhang von einem geheimen Treffen zwischen Hopp und Hillary Clinton. &#8220;Theoretisch möglich wäre auch ein Tauschgeschäft&#8221;, so der Mäzen, &#8220;aber was bekommt man schon für einen Beck?&#8221;</p>
<p align="justify">Doch nicht nur die Personalien möchte Hopp verändern: &#8220;Politik muss endlich das werden, was sie eigentlich immer schon war - eine riesengroße Show!&#8221; Neben einem ausgeklügelten Merchandising-Konzept und Trikotsponsoring bei 1899 Hoffenheim soll es deshalb auch eine neue, von Tokio Hotel intonierte Parteihymne geben. Im Hinblick auf das internationale Geschäft sei zudem angedacht, diese im kommenden Jahr beim European Song Contest für Deutschland ins Rennen zu schicken. Ob Bill Kaulitz allerdings auch eine tragende Position innerhalb der SPD einnehmen wird, sei zur Stunde noch offen.</p>
<p align="justify">Sichtlich geschockt über die jüngsten Entwicklungen beim Koalitionspartner zeigte man sich bei der Union. Während CDU-Generalsekretär Ronald Profalla von &#8220;billigem Politik-Hurentum&#8221; sprach, holte Angela Merkel zum Gegenschlag aus und griff zum Telefonhörer. Allerdings ohne Erfolg: Roman Abramovic war nicht zu erreichen und der versprochene Rückruf von Dieter Bohlen blieb bislang noch aus.</p>
<p align="justify">Der große Verlierer des sensationellen Deals, Kurt Beck, stellte sich am Abend der Presse. Auf die Frage eines Journalisten, wie es jetzt weiterginge, antwortete der erschöpft wirkende Noch-SPD-Chef: &#8220;<em>Ich habe fertig&#8230;</em>&#8220;</p>
<p align="justify"><img src="http://www.frankfurter-magazin.de/wp-content/uploads/2008/07/beck.jpg" alt="beck.jpg" /></p>
<p><!--adsensestart--><br />
<em>(c) Raymund Krauleidis 2008</em></p>
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		<title>Happy Birthday to me&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 05:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Alltäglicher Wahnsinn]]></category>

		<category><![CDATA[Birthday]]></category>

		<category><![CDATA[Gebrutstag]]></category>

		<category><![CDATA[krauleidis]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Dinge vorweg. Erstens: Ja, ich habe heute Geburtstag. Zweitens: Nein, Sie müssen mir nicht gratulieren. Zumindest nicht sofort! Lesen Sie stattdessen lieber die folgenden Zeilen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Zwei Dinge vorweg. Erstens: Ja, ich habe heute Geburtstag. Zweitens: Nein, Sie müssen mir nicht gratulieren. Zumindest nicht sofort! Lesen Sie stattdessen lieber die folgenden Zeilen&#8230;</strong></p>
<p align="justify">Mit Geburtstagen ist es wie mit Zahnschmerzen: die eigenen sind immer die schlimmsten. Weitaus angenehmer ist es hingegen, seine Mitmenschen an deren Festtag zu beglücken und ihnen entsprechende Freuden zu bereiten. Allerdings - so lehrte mich meine bisherige Erfahrung - sollten derlei Überraschungen stets sorgsam geplant und bedacht sein. Ich erinnere mich zum Beispiel nur ungern an den Versuch, meine damalige Freundin an deren Geburtstag damit zu überraschen, dass ich vorgab, den selbigen einfach vergessen zu haben. Ich hatte natürlich daran gedacht - nur eben einen Tag zu spät. Da Sie jedoch auch in anderen Belangen sehr nachtragend sein konnte, gingen wir kurz darauf getrennte Wege&#8230;</p>
<p align="justify">Geburtstage werden schlichtweg überbewertet. Können Sie mir etwa erklären, weshalb man sich zum so genannten <em>Wiegenfest </em>überhaupt gratuliert? Wenn jemand einen schönen Text oder ein herzzerreißendes Gedicht verfasst hat, ist Gratulieren ja okay. Oder auch am Hochzeitstag - schließlich ist jedes schadlos überstandene Ehejahr heutzutage durchaus eine respektable Leistung! Und selbst der Gewinn des Titels &#8220;Vize-Europameister&#8221; ist zweifelsohne ein zur Gratulation berechtigender Grund. Aber dass man mich heute noch dazu beglückwünscht, dass ich es vor 35 Jahren doch tatsächlich geschafft habe, mehr oder weniger schadlos aus dem mütterlichen Leib herausgepresst worden zu sein, finde ich irgendwie albern. Schließlich beträgt selbst die Regelverjährungsfrist gemäß BGB mittlerweile nur noch drei Jahre. Ungefähr elfmal so lange habe ich übrigens auch keine Wiege mehr von innen gesehen.</p>
<p align="justify">Der eigentliche Wahnsinn beginnt allerdings meist schon viel früher. &#8220;Was wünschst Du Dir eigentlich?&#8221;, eröffnet meine Mutter für gewöhnlich vier bis sechs Monate zuvor bereits die heiße Phase der Geburtstagsvorbereitung. Als Kind hatte diese Fragestellung durchaus noch ihre Berechtigung. Schließlich blieb vom kärglichen Taschengeld durch den regelmäßigen Erwerb von Yps-Heften und Schokolade nicht mehr allzu viel übrig, weshalb es nur bescheidene drei Möglichkeiten gab, dennoch zum heiß ersehnten Chemiebaukasten zu kommen: Weihnachten oder der eigene Geburtstag. Die dritte Möglichkeit - eine Eins in Mathematik - erwies sich hingegen meist nur als theoretisches Konstrukt.</p>
<p align="justify">Heute lautet meine - zumindest gedachte - Standardantwort auf die eben erwähnte Fragestellung hingegen: &#8220;Nichts, was Du mir erfüllen könntest&#8221;.</p>
<p align="justify">Ein Porsche 911 Carrera 4S Cabriolet ist den meisten Schenkenden zu teuer, den Weltfrieden gibt es leider immer noch nicht käuflich zu erwerben und für alles andere habe ich inzwischen meine eigene Master Card. Somit läuft schätzungsweise auch in diesem Jahr alles auf einen nagelneuen Schiesser-Schlafanzug (vielleicht sogar mit lustigen Porsche-Motiven) hinaus, welcher dann zu einem tristen Dasein in den tiefsten Niederungen meines Kleiderschranks verdammt sein wird - unmittelbar neben den Vorjahresmodellen. Aber bekanntlich zählt ja die Geste. Vor allem, wenn sich diese Gesten über die Jahre hinweg schon fast auf den Gegenwert eines in Zuffenhausen produzierten Sportwagens meines Baujahrs aufsummiert haben dürften.</p>
<p align="justify">Nicht dass Sie jetzt denken, ich wäre ein oberflächlicher, notorischer Geburtstags-Nörgler. Mitnichten! Ich bin immer wieder gerührt, wie viele Leute an diesem Tag doch an mich denken! Deshalb habe ich auch in diesem Jahr wieder eine kleine Tabelle vorbereitet, in welcher mein kompletter Freundes- und Bekanntenkreis aufgeführt ist (plus einer zusätzlichen Spalte für das jeweilige Geschenk). Morgen werde ich die Liste fein säuberlich abhaken und danach höchstwahrscheinlich wieder ein paar so genannte &#8220;<em>Freunde</em>&#8221; weniger mein Eigen nennen. Selbst schuld - man vergisst auch keine Geburtstage!</p>
<p align="justify">Zu dieser tollen Idee dürfen Sie mir jetzt übrigens ruhig gratulieren! Sach- und Geldspenden sind ebenso willkommen - Sie wissen ja mittlerweile, was ich mir wünsche&#8230;</p>
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<em>© Raymund Krauleidis 2008<br />
Bild: Jan37k/<a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=269589&amp;mode=search" target="_blank">pixelio</a><br />
</em></p>
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		<title>Business as usual: eProcurement</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jun 2008 05:35:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Business as usual]]></category>

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		<category><![CDATA[Business]]></category>

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		<category><![CDATA[Schmoltke]]></category>

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		<description><![CDATA[„Er ist da. Liegt in der IT.", nuschelt mir ein schlecht gelaunter Lopez aus dem Telefonhörer entgegen. „ER IST DA?" Ich bin vor Freude und Rührung fast den Tränen nahe...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>„Er ist da. Liegt in der IT.&#8221;, nuschelt mir ein schlecht gelaunter Lopez aus dem Telefonhörer entgegen.</strong></p>
<p align="justify"><strong>„ER IST DA?&#8221;</strong></p>
<p align="justify">Ich bin vor Freude und Rührung fast den Tränen nahe, lege den Hörer auf und renne sofort los. Auf dem Gang begegne ich Schmoltke. Ich nehme ihn in den Arm und brülle dem sichtlich verwirrten Kerl immer wieder „Er ist da!&#8221; ins Ohr.</p>
<p align="justify">Dass ich das noch erleben darf&#8230;</p>
<p align="justify">Die Geschichte begann vor vielen Monaten. Da ich zwischenzeitlich aufgehört hatte zu zählen, kann ich nicht mehr genau sagen, wann. Ich hatte es jedenfalls eines Tages satt, mir meinen kompletten E-Mail-Verkehr aus Gründen sorgfältiger Nachbearbeitung tagtäglich per elektronischer Post nach Hause zu schicken. Zudem war mir diese Variante der Datenübertragung aufgrund der zunehmenden Brisanz des Themas Datenschutz mittlerweile auch viel zu riskant.</p>
<p align="justify">Ein USB-Stick musste her!</p>
<p align="justify">Also machte ich nach der Mittagspause noch einen kurzen Abstecher in unser Lager. „Moment ma&#8217; eben&#8221;, vertröstete mich Herr Dannemann, der permanent schlecht gelaunte Lagerleiter in seiner gewohnt unfreundlichen Art und schlenderte gemütlich in Richtung IT-Lager. Meine Blicke verfolgten Dannemanns schneckenartige Bewegungen, bis ihn schließlich der dunkle Schlund des Lagers komplett zu verschlucken schien. Hier wird Kundenorientierung immer noch groß geschrieben&#8230;</p>
<p align="justify">Drei gefühlte Ewigkeiten später war er dann auch schon wieder zurück. In seiner Hand trug er einen verstaubten Gegenstand mit sich, der mich von der Größe her an ein halbe Tafel Ritter Sport erinnerte. „&#8217;N älteres Modell. Was an&#8217;res ham wer nich&#8217;&#8221;, erzählte er der Wand neben mir und reichte mir währenddessen das besagte Etwas.</p>
<p align="justify">Wieder zurück an meinem Arbeitsplatz probierte ich meine neue Errungenschaft gleich aus. Der Stick, beziehungsweise die USB-Tafel, deren Oberseite ein schon leicht vergilbter Inventuraufkleber unserer Firma zierte, wurde zu meiner großen Überraschung sofort von meinem Rechner erkannt und schien startklar. Perfekt! Ich versuchte testweise, eine rund 10 kByte große Wortdatei darauf abzuspeichern und stieß auch schon auf die erste Fehlermeldung: &#8220;Datenträger voll&#8221;. Also löschte ich, was zu löschen war und versuchte es erneut. &#8220;Datenträger voll&#8221;.</p>
<p>„Geben Sie mir mal bitte die Inventarnummer&#8221;, bat mich der Kollege vom Service Desk (das ist neudeutsch für IT-Support), als ich ihm nach der obligatorischen fünfminütigen Dauerberieselung mit unserem Werbelied in der Warteschleife mein Problem geschildert hatte. Ich teilte ihm die gewünschte Nummer mit und wartete erneut. „Naja, das ist ein etwas älteres Modell&#8221;, erklärte er mir schließlich. Ich war schwer beeindruckt und versuchte, mich nicht versehentlich an seinem messerscharfen Sachverstand zu verletzen.</p>
<p align="justify">Das Problem sei, holte er aus, dass aus Gründen der nationalen Sicherheit mittlerweile nur noch USB-Sticks verwendet werden dürften, auf denen ein Verschlüsselungsprogramm installiert sei. Ansonsten könne nämlich jeder, der einen eventuell verlorenen gegangenen Stick unseres Unternehmens finden würde, problemlos unsere Daten lesen. „Und bei dem Stick, den Sie haben, belegt dieses Verschlüsselungsprogramm leider 99,9% des zur Verfügung stehenden Speicherplatzes.&#8221;</p>
<p align="justify">Schweigen.</p>
<p align="justify">„Und nun?&#8221;, hakte ich nach.<br />
„Und nun was?&#8221;<br />
„Kann ich das Ding dann jetzt wegwerfen?&#8221;<br />
„Spinnen Sie?&#8221;, fuhr mich der Besserwisser gleichwohl plötzlich wie unpassend an, „das wäre mutwillige Zerstörung von Firmeneigentum. Schließlich ist ja noch ein Inventaraufkleber drauf!&#8221;
</p>
<p align="justify">„Okay&#8221;, ich wollte das Gespräch mittlerweile einfach nur noch beenden, „dann rufe ich eben jetzt beim Einkauf an und lasse mir dort einen neuen USB-Stick bestellen&#8221;. Plötzlich lachte der Kollege vom Service Desk. Und lachte. Und lachte. Dann wünschte er mir viel Spaß, ehe er deutlich hörbar weiterlachte und schließlich auflegte.</p>
<p align="justify">Immer noch etwas irritiert wählte ich kurz darauf die Nummer von Herrn Lopez aus dem Einkauf. „Ich schicke Ihnen gleich ein Formular zu, das Sie dann bitte ausgefüllt zurücksenden&#8221;, erklärte er mir das weitere Prozedere und verabschiedete sich freundlich.</p>
<p align="justify">Kurz darauf hatte ich auch schon seine E-Mail und druckte mir das besagte Formular aus. „Wo ist das Problem? Läuft doch alles super!&#8221;, dachte ich zufrieden und machte mich auf dem Weg zum Drucker. Und dort lag es dann auch schon, &#8230;das Problem!</p>
<p align="justify">Ich nahm das „Buch&#8221; (der Begriff „Formular&#8221; reichte aufgrund des enormen Umfangs des Dokuments leider nicht mehr aus) aus dem Schacht, legte - wie es das Display von mir verlangte - neues Papier ein und wartete, brav neben dem Drucker stehend, bis dieser die noch verbleibenden sieben Seiten ebenfalls abgearbeitet hatte.</p>
<p align="justify">Die ersten vier Seiten des Formulars beinhalteten ausschließlich Fragen zur Person: Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Mitarbeiternummer, Betriebszugehörigkeit, Vorherige Arbeitgeber und Abschlussnoten - um nur einige Beispiele zu nennen. Dann wurde es noch ein klein wenig persönlicher: Hobbies, sexuelle Orientierung, bekannte Erbkrankheiten in der Familie sowie bisherige Vorstrafen. Hier trug ich „Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung an einem Einkäufer&#8221; ein und blätterte weiter.</p>
<p align="justify">Ich hatte das System durchschaut. Der Einkauf versuchte offenbar, mit einem derart ausgeklügelten Fragenbuch die eigene Arbeitsbelastung zu minimieren. Schätzungsweise hatten sie bislang auch noch nie ein Formular zurückgeschickt bekommen. Entweder, weil sich die potenziellen „Kunden&#8221; vor Beendigung der Ausfüllaktivitäten in den Ruhestand verabschiedeten oder ihrem Leben schon zuvor auf tragische Art und Weise ein Ende setzen. Oder aber, die wahrscheinlichste aller Optionen, weil den Kollegen plötzlich einfiel, dass sie das, was sie ursprünglich auf Firmenkosten bestellen wollten eigentlich gar nicht so dringend brauchten.</p>
<p align="justify">Ich bin anders. Ich nenne eine besondere Art von Ehrgeiz mein Eigen, dieselbe, die auch Edmund Hillary im Jahre 1953 auf den Mount Everest trug oder Neil Armstrong sechzehn Jahre später auf den Mond. Ich hatte den Ehrgeiz, der erste zu sein, der eine vermeintlich unmögliche Aufgabe löst.</p>
<p align="justify">So kämpfte ich mich in den folgenden Tagen durch das Fragenmeer des Einkaufs. Ich schrieb eine zweiseitige Erörterung zum Thema „Warum ich den USB-Stick unbedingt brauche&#8221;, erläutere auf fünf Seiten, wieso das Unternehmen dem Tode geweiht wäre, wenn ich das kleine Wunderwerk der Technik nicht bekäme und lege nebenbei noch die Krankengeschichte meiner Urgroßeltern offen. Als ich das fertige Epos dann schließlich eine knappe Woche später auf zwei Umschläge verteilt in die Hauspost gab, hatte ich tatsächlich ein kleines Freudentränchen im Auge.</p>
<p align="justify">Am darauf folgenden Tag stand Lopez plötzlich in meinem Büro. „Sie meinen es ernst, wie?&#8221;, fragte er mich mit kalter Stimme und feurigem Blick. Ich erwiderte diesen und antwortete mit einer Entschlossenheit, die, wenn überhaupt, bestenfalls durch Arnold Schwarzeneggers legendäres „Hasta la vista, Baby&#8221; aus Terminator II übertroffen werden konnte, mit „Ja&#8221;.</p>
<p align="justify">Nun waren die Dinge nicht mehr aufzuhalten. Zunächst wartete man ein paar Monate ab, ob eventuell noch weitere Kollegen den Wunsch nach einem USB-Stick äußern würden. Das hätte die Position des Einkaufs bei den anstehenden Verhandlungen nämlich ernorm gestärkt.</p>
<p align="justify">Dann wurde der Auftrag („1 USB-Stick&#8221;) endlich weltweit in den entsprechenden On- und Offline-Medien ausgeschrieben. Es wurde verhandelt und nachverhandelt. Dann wurde das Nachverhandelte nochmals verhandelt, ehe man schließlich wieder von vorn zu verhandeln begann, da man sich zwischenzeitlich irgendwo ver-handelt hatte</p>
<p align="justify">Die Kollegen verschlug es hierbei in aller Herren Länder: China, Taiwan, die USA, Südafrika, Neuseeland und Tschechien, um nur einige zu nennen. Letztendlich entschied man sich für einen Anbieter aus Französisch-Polynesien, der jedoch zwei Wochen vor dem vereinbarten Liefertermin bedauerlicherweise Insolvenz anmelden musste. Und da der Zweitplatzierte des Ausschreibungsverfahrens auf unseren Auftrag mittlerweile keine Lust mehr hatte, beschloss der Einkauf kurzerhand, das Ganze nochmals auszuschreiben.</p>
<p align="justify">Wussten Sie eigentlich, dass das „e&#8221; in e Procurement für „endlos&#8221; (neudeutsch: „endless&#8221;) steht?</p>
<p align="justify">Irgendwann verlor ich schließlich das Interesse an der ganzen Sache. Ich hatte mich notgedrungen mit einem Leben ohne mobilen Datenträger abgefunden, auch wenn ich ganz genau wusste, dass allein er mir zum perfekten Glück noch fehlte. Bis eben völlig überraschend das Telefon klingelte&#8230;</p>
<p align="justify">Ich erlöse den sichtlich überforderten Schmoltke aus meiner Umarmung und ziehe weiter.</p>
<p align="justify">In den heiligen Hallen der IT angekommen, beschleicht mich jedoch sofort ein ungutes Gefühl. Das Wort „Problem&#8221; aus dem Munde eines ausgewiesenen Computerspezialisten macht mir jedes Mal aufs Neue Angst. „Funktioniert die Verschlüsselung etwa nicht&#8221;, frage ich besorgt. „Das ist nicht das Problem&#8221;, antwortet der wie immer kreidebleiche Bitner, „der Inventaraufkleber passt nicht drauf. Der Stick ist zu klein&#8230;&#8221;</p>
<p align="justify">Schweigen.</p>
<p align="justify">„Und nun?&#8221;, hake ich nach.<br />
„Und nun was?&#8221;<br />
„Kann ich das Ding jetzt endlich mitnehmen?&#8221;<br />
„Spinnen Sie?&#8221;, fährt mich Bitner daraufhin an, „den muss ich wegwerfen!&#8221;<br />
„Das&#8221;, insistiere ich, „wäre aber mutwillige Zerstörung von Firmeneigentum!&#8221;<br />
„Firmeneigentum?&#8221;, lacht der Kollege hämisch, „Blödsinn! Es ist ja noch kein Inventaraufkleber drauf&#8230;&#8221;
</p>
<p align="justify">Schmoltke steht noch immer noch verwirrt dort, wo ich ihn vorhin umarmt hatte. „We&#8230; wer ist da?&#8221;, stottert er vor sich hin und sieht mich fragend an.</p>
<p align="justify">„Mein kriminelles Ich!&#8221;, warne ich den Buchhalter. „Schmoltke, ich werde gleich etwas tun, das gegen das Gesetz und jede Betriebsvereinbarung verstößt&#8221;, füge ich erklärend hinzu und ziehe entschlossen weiter. „Und falls mich jemand sucht - ich bin im Media Markt!&#8221;</p>
<p align="justify">Die haben USB-Sticks.</p>
<p align="justify">Das Stück vier Euro neunundneunzig&#8230;</p>
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<em>(c) Raymund Krauleidis 2008<br />
Bild: Thommy Weiss/<a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=241919&amp;mode=search" target="_blank">pixelio</a></em></p>
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		<title>Viva España</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jun 2008 21:37:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Satirenews]]></category>

		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Fußball- Europameisterschaft 2008 ist mittlerweile Geschichte. Doch was fängt man jetzt mit der neu hinzugewonnenen Zeit an? Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit Basteln... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Die Fußball-Europameisterschaft 2008 ist mittlerweile Geschichte. Doch was fängt man jetzt mit der neu hinzugewonnenen Zeit an? Wie wäre es zum Beispiel mal wieder mit Basteln&#8230; </strong></p>
<p align="justify">Zerknüllen Sie doch einfach ihren sorgsam gepflegten EM-Spielplan und kneten Sie den Papierschrott zu einer formschönen Kugel. Fertig ist Ihr persönlicher EM-Ball! Aber Vorsicht: Schenkt man den Worten von Jens Lehmann Glauben, könnte das Spielgerät flatterhafte Flugeigenschaften aufweisen.</p>
<p align="justify">Und wenn sich die erste Enttäuschung über die bittere 0:1-Endspielniederlage gelegt hat, zeigen wir Ihnen morgen, wie Sie sich aus zwei ausrangierten Deutschland-Fähnchen im Handumdrehen eine nahezu perfekte Europameisterflagge bauen:</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.krauleidis.com/wp-content/uploads/2008/06/em.jpg" alt="em.jpg" /></p>
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<p align="justify"><em>(c) Raymund Krauleidis 2008</em></p>
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		<title>Türkisch-Kurs bei SPIEGEL ONLINE</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 20:12:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Newsblog]]></category>

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		<category><![CDATA[Raymund Krauleidis]]></category>

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		<description><![CDATA[Stress pur... Doch nachdem "wir" uns gestern erfolgreich ins EM-Finale gezittert haben, kehrt nun bis Sonntag etwas Ruhe ein. Deshalb gibt es heute auch mal wieder einen neuen Newsblog-Eintrag...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Stress pur&#8230; Doch nachdem &#8220;wir&#8221; uns gestern erfolgreich ins EM-Finale gezittert haben, kehrt nun bis Sonntag etwas Ruhe ein. Deshalb gibt es heute auch mal wieder einen neuen Newsblog-Eintrag!</p>
<p align="justify">Was ist seit meinem letzten Post alles passiert? Von der EM einmal abgesehen eigentlich nicht viel. Obwohl&#8230; &#8220;Türkisch für Anfänger&#8221; wurde gestern auch von SPAM, der Satire-Rubrik von SPIEGEL ONLINE veröffentlicht - allerdings ist leicht veränderter Form: <a href="http://www.spiegel.de/spam/0,1518,561976,00.html" target="_blank"><u><strong>KLICK MICH</strong></u></a></p>
<p align="justify">Außerdem soll ich im Namen von Michael Holtschulte nochmals an sein <a href="http://www.totaberlustig.de/cartoons/wp/index.php" target="_blank"><u><strong>Gewinnspiel</strong></u></a><u><strong> </strong></u>erinnern. Wer kann bei dem ausgelobten Preis schon widerstehen???</p>
<p align="justify">So genug gelabert, kümmern wir uns jetzt wieder um die wichtigen Dinge: <strong>FI-N<font color="#ff0000">A-LE,</font></strong> <strong><font color="#ffcc00">OHO</font></strong>&#8230;</p>
<p><!--noadsense--></p>
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		<title>Strafe muss sein&#8230;</title>
		<link>http://www.krauleidis.com/2008/06/26/strafe-muss-sein/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jun 2008 23:33:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Raymund Krauleidis</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Satirenews]]></category>

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		<category><![CDATA[Bildstörung]]></category>

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		<description><![CDATA[Blackout beim ZDF. Wenige Minuten nach 22 Uhr blieben die Bildschirme inmitten des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und der Türkei plötzlich schwarz. Der kurzzeitig zum Radiokommentator...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Blackout beim ZDF. Wenige Minuten nach 22 Uhr blieben die Bildschirme inmitten des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und der Türkei plötzlich schwarz. Der kurzzeitig zum Radiokommentator mutierte Béla Réthy - oder besser gesagt dessen Double - versuchte die wahre Ursache des Bildausfalls zunächst zu vertuschen und sprach scheinheilig von einem &#8220;Stromausfall&#8221;.</strong></p>
<p align="justify"><img src="http://www.frankfurter-magazin.de/wp-content/uploads/2008/06/bildausfall.jpg" alt="bildausfall.jpg" /></p>
<p align="justify">Was war passiert? Der Betriebsrat des ZDF hatte sich getreu dem Vorbild von Daimler und Porsche am späten Mittwochnachmittag für eine Verkürzung der Spätschicht stark gemacht. Man einigte sich mit der Unternehmensleitung darauf, den Mitarbeitern ab 22 Uhr freizustellen, ob sie weiterarbeiten oder die Endphase des Spiels lieber in aller Ruhe vor dem Fernsehgerät genießen möchten.</p>
<p align="justify">Wider Erwarten machten die meisten Mitarbeiter, darunter auch Béla Réthy, von der angebotenen Option gebrauch und brachten den Sender somit kurzzeitig in ziemliche Schwulitäten. ZDF-Chef Markus Schächter fackelte jedoch nicht lange und bewies nahezu umgehend seine Qualitäten als Krisenmanager. Er engagierte den zufällig im Stadion anwesenden Gastarbeiter Bülü Rütü (beeindruckend nahe am Original!) als Ersatzkommentator und einigte sich nebenbei mit dem Schweizer Fernsehen über eine kurzfristige Kooperation bezüglich des Bildmaterials. Die Kosten hierfür sollen übrigens im Rahmen einer außerplanmäßigen GEZ-Gebührenerhöhung an die Zuschauer weitergereicht werden.</p>
<p align="justify">Doch nicht nur die Mitarbeiter des ZDF legten die Arbeit nieder. Auch bei den Spielern der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hatte man über weite Strecken den Eindruck, dass sie sich das Match lieber in Ruhe vor dem heimischen Fernseher angesehen hätten. Bundestrainer Jogi Löw bemängelte nach dem mühevollen 3:2-Sieg seiner Elf über die Türkei vor allem das Fehlen von &#8220;<em>högschder Disziplin</em>&#8221; und kündigte deshalb knallharte Konsequenzen an: die deutschen Nationalspieler müssen die verlorene Zeit nacharbeiten! Und zwar am Sonntagabend.</p>
<p align="justify">Da haben es die türkischen Spieler weitaus besser. Für sie ist schließlich jetzt schon Feierabend&#8230;</p>
<p><!--adsensestart--><br />
<em>(c) Raymund Krauleidis 2008</em></p>
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