Adolf, Josef und der Welttoilettentag
Von Raymund Krauleidis | 19. November 2008 | Kategorie: SatirenewsEntstanden in Zusammenarbeit mit Simon Tiversin
Heute ist Welttoilettentag. Selbiger wurde erstmals im Jahre 2001 von der WTO (World Toilet Organization) ausgerufen und wird mittlerweile von den Vereinten Nationen unterstützt. In diesem Jahr wird dem Welttoilettentag allerdings erstmals die Aufmerksamkeit zuteil, die er eigentlich schon längst verdient hätte.
So äußerten sich die anwesenden Staats- und Regierungschefs auf dem G20 Gipfel, der am letzten Wochenende in Washington stattgefunden hat, durchweg positiv gegenüber den geplanten Feierlichkeiten für den heutigen Tag. Das Thema wurde auf Geheiß der USA hin kurzfristig mit auf die Agenda genommen.
“Wir haben wichtige Schritte zu einer globalen Spülordnung gemacht”, schwärmte der amtierende EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy. Auch der scheidende US-Präsident George W. Bush - weltweit anerkannter Experte zum Thema - meldete sich zu Wort. Er verlangte, die Regulierung der Spülkräfte müsse endlich den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechen. “Unser Regulierungssystem stammt noch aus dem vorherigen Jahrhundert”, so Bush.
Die Fachwelt ist sich einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf auf den Toiletten dieser Welt. In einer gemeinsamen Sitzung verständigten sich deshalb auch die Vorstände von GM, Opel und der Citigroup darauf, die verstopften Toiletten ihrer Unternehmen unverzüglich zu reinigen.
“Wir haben lange genug drauf geschissen, was passieren kann, wenn die Hygienevorschriften nicht beachtet werden”, erklärte ein Pressesprecher der Adam Opel AG die aktuelle Situation. Der Welttoilettentag sei ein willkommener Anlass darauf hinzuweisen, wie sehr die Kacke mittlerweile am dampfen ist.
Als kleiner Spielverderber entpuppte sich indes der noch amtierende Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger. Ab späten Dienstagabend verweigerte er seinem Tablettenlieferanten Adolf Merckle völlig überraschend eine milliardenschwere Bürgschaft des so genannten ‘Musterländles’. Der angeblich unter Altersraffgier leidende Chef des Generika-Herstellers ‘ratiopharm’ wurde wenige Wochen zuvor von einem böswilligen VW-Großaktionär finanziell ordentlich in die Scheiße geritten.
Dennoch feiert Günther Oettinger kräftig mit: Wie in den 52 Wochen zuvor, trägt er auch am heutigen Mittwoch gemeinsam Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, die passende Frisur zum Welttoilettentag.
“Bislang wurde alles immer nur weggespült. Das kann so nicht weitergehen!”, fasste Bundeskanzlerin Angela Merkel die Lage derweil nochmals trefflich zusammen. Auch in Deutschland stinke es nämlich mittlerweile zum Himmel. Hauptsächlich wegen Subjekten wie Adolf und Josef *.
Es bleibt somit zu hoffen, dass die Luft am 19. November 2009 - dem nächsten Welttoilettentag - wieder ein kleines bisschen reiner sein wird. Bis dahin freuen wir uns einfach, dass es mittlerweile für wirklich jeden erdenklichen Scheißdreck einen passenden Feiertag gibt…
* = Merckle und Ackermann - um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen
(c) Raymund Krauleidis und Simon Tiversin 2008
Bild: schombi/pixelio







