Aus für die Banane?

Von Raymund Krauleidis | 13. November 2008 | Kategorie: Satirenews

Etwas unter ging aufgrund der Finanzkrise, des Schülerstreiks und des Medienrummels um den designierten US-Präsidenten Barack Obama eine Meldung, die unseren Planeten revolutionieren könnte: Die EU-Kommission kippt völlig überraschend die EWG-Verordnung Nr. 1677/88 mit Wirkung zum 01. Juli 2009.

Dies wirft zunächst zwei Fragen auf: Haben unsere Schüler nichts Besseres zu tun, als sinnlos auf Deutschlands Straßen herumzulungern und was zum Henker ist die EWG-Verordnung Nr. 1677/88?

Während wir auf die erste Frage ad hoc leider auch keine Antwort parat haben, regelte besagte Verordnung vom 15. Juni 1988 die europaweit gültigen Qualitätsnormen für Gurken. Demnach durften diese in der Europäischen Union bislang lediglich eine maximale Krümmung von 10 mm auf 10 cm Länge aufweisen. Gurken, die diese Krümmungsnorm überschritten, mussten hingegen in einem aufwändigen Verfahren gelb eingefärbt und in den Supermärkten unter dem extrem dämlichen Phantasienamen “Banane” gesondert angeboten werden.

Ermöglicht wurde die sensationelle Änderung des EU-Rechts durch die Aufhebung einer weiteren EWG-Verordnung wenige Wochen zuvor. Diese erlaubte es bis dahin nur Gurken Politikern mit einem IQ von maximal 80, als Funktionär der EU tätig zu sein. Eine Regelung, die unter anderem auch dem ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zugute kam, der im vergangenen Jahr zum Leiter der Arbeitsgruppe zum Abbau der Bürokratie in der EU ernannt worden war.


Die neue Gesetzeslage birgt allerdings noch einige Probleme in sich. So ist beispielsweise  unklar, was aus den unzähligen Gurkenkontrolleuren werden soll, die bislang auf Kosten der Steuerzahler die strikte Einhaltung der EWG-Verordnung Nr. 1677/88 überwachten. Unbestätigten Gerüchten zufolge plane man jedoch, diese künftig an deutschen Schulen einzusetzen, um dort wieder halbwegs für Zucht und Ordnung zu sorgen.

Über die Zukunft der Banane wollte man sich in Brüssel hingegen noch nicht äußern. Dies werde im Rahmen des nächsten G8-Gipfels auf globaler Ebene diskutiert, verriet EU-Kommissionspräsident José Barroso im Rahmen einer Pressekonferenz.

Die Hoffnungen ruhen somit einmal mehr auf Barack Obama.

(c) Raymund Krauleidis 2008

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