Wenn der Postmann gar nicht klingelt

Von Raymund Krauleidis | 21. April 2008 | Kategorie: Satirenews

Ver.di hat in mehreren Regionen Deutschland mit Warnstreiks begonnen. Während Millionen Briefe liegen bleiben, verhärten sich die Fronten immer mehr. Kunden wehren sich.

In den bestreikten Briefzentren herrsche derzeit ziemlich dicke Luft, so ein Post-Mitarbeiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Grund seien erste Gegenmaßnahmen verärgerter Postkunden: “Immer mehr Kunden verschicken böswillig Briefe, die mit Mortadella- oder Gelbwurstscheiben gefüllt sind”. Das Briefzentrum in Stuttgart könne beispielsweise aufgrund des “etwas strengen Geruchs” derzeit nur noch mit Atemschutzmasken betreten werden.

Die Gemeinschaft verärgerter Postkunden (”GvP”) ruft Gleichgesinnte dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen. “Am besten eignet sich Frischwurst”, verriet ein GvP-Funktionär. Von geräucherten oder gepökelten Produkten sei aufgrund ihrer langen Haltbarkeit hingegen tendenziell eher abzuraten.

Ver.di will sich von diesen Maßnahmen allerdings nicht einschüchtern lassen und droht gar mit einer Ausweitung des Streiks. “Uns stinkt es so langsam”, gab ein Sprecher der Gewerkschaft am Abend bekannt, “wenn die Sauerei nicht bald ein Ende findet, bestreiken wir ab kommender Woche auch E-Mails!”



(c) Raymund Krauleidis 2008
photo: sarkio

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