Viagra? Nein Danke!

Von Raymund Krauleidis | 2. Mai 2007 | Kategorie: Alltäglicher Wahnsinn

Erschienen im Frankfurter Magazin
Creative Commons License photo credit: Copleys

Sehr geehrter inthvu@gfdxcssc.vu,

zunächst einmal lieben Dank für Ihre vielen netten E-Mails! In Zeiten, in denen jeder nur an sich selbst und seinen eigenen Vorteil denkt, ist es doch eher ungewöhnlich, Leute wie Sie zu treffen, die noch ernsthaft am Wohlbefinden anderer interessiert zu sein scheinen!

Crazy cast figureDeshalb wird es Sie auch sicherlich freuen zu hören, dass mit meinem Geschlechtsorgan noch alles in bester Ordnung ist!

Ich weiß Ihr tolles Angebot zwar wirklich zu schätzen, habe aber aus eben genanntem Grund aktuell kein Interesse an den tollen Potenz-Pillen, die Sie mir per Mail zu einem unschlagbaren Freundschaftspreis angeboten hatten! Auch ein Penis Enlargement kommt für mich derzeit nicht in Frage.


Da ich in Sachen Potenz - wie bereits erwähnt - noch voll auf der Höhe bin, sehe ich darüber hinaus auch keine Notwendigkeit, selbige durch das Tragen der von Ihnen offerierten Rolex-Imitate kompensieren zu müssen.

Könnten wir es künftig vielleicht so handhaben, dass ich mich einfach bei Ihnen melde, falls ich eines der besagten Produkte benötigen sollte?

Das gleiche gilt übrigens auch für die weiteren tollen Angebote, über welche Sie mich regelmäßig per Mail informieren, wie etwa die geschmuggelten Zigaretten, die neue Identität plus gefälschtem Pass, den Nuklearwaffen-Bausatz inklusive Plutonium-239 sowie den regelmäßigen Offerten der immergeilen Chantalle, welche angeblich schon seit Urzeiten scharf auf mich wäre und nun endlich einmal hemmungslosen Sex mit mir haben möchte.

Apropos: Könnten Sie mir bei Gelegenheit einmal auf die Sprünge helfen, woher besagte Chantalle mich zu kennen glaubt? Vielleicht handelt es sich hierbei ja auch nur um eine Verwechslung.

Für Sie dürfte es jedenfalls eine enorme Entlastung darstellen, mir künftig keine 30 E-Mails pro Tag mehr schicken müssten.

Verstehen Sie das jetzt bitte nicht falsch! Ich weiß ja, dass Sie es nur gut mit mir meinen. Das Problem ist lediglich der begrenzte Speicherplatz meines Postfaches.

Viele liebe Grüße (auch an die immergeile Chantalle),
Ihr E-Mail Freund

P.S.: Falls Sie rein zufällig einen funktionierenden Spam-Filter im Angebot hätten - den würde ich sofort nehmen!

(c) Raymund Krauleidis 2007

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